Der Brauch des Kaffeetrinkens hat eine lange Tradition. Der Ursprung dieses beliebten Getränks liegt im äthiopischen Bergland, wo der baumartige bis zu 10 m hohe Kaffeestrauch wild wächst. Die reifen Früchte des Kaffeestrauchs enthalten zwei grüne Bohnen: die Kaffeebohnen. Bereits vor dem 10. Jahrhundert fanden Nomadenstämme heraus, dass die reifen Früchte eßbar sind. Sie vermischten die Früchte mit tierischem Fett und stellten einen Brei daraus her.
Im 13. oder 14. Jahrhundert gelangte die Kaffeebohne über das Rote Meer nach Arabien. Damit beginn die weltweite Verbreitung der grünen Bohne, um die sich viele Legenden und Märchen ranken.
Am bekanntesten ist die Legende vom jemenitischen Ziegenhirten Kaldi. Er beobachtete, dass seine Ziegen ohne erkennbaren Grund äußerst lebhaft waren, wenn sie eine bestimmte Art von Früchten gefressen hatten. Daraufhin probierte er selbst einige der Früchte und stellte bald danach erstaunt fest, dass er sich sehr gestärkt fühlte. Er erzählte sein Erlebnis einigen Mönchen eines nahegelegenen Klosters und lud sie zu einer Kostprobe ein. Schon bald hatten es sich alle Mönche zur Gewohnheit gemacht, die Früchte zu kauen, um bei den nächtlichen Gebeten nicht einzuschlafen. Der Legende zufolge fanden die Mönche auch heraus, dass sich durch das Rösten der Bohnen ein Getränk herstellen ließ, das nicht nur dieselbe anregende Wirkung hatte, sondern auch viel besser schmeckte. Seitdem galten die Bohnen und das Getränk als anregendes Genußmittel, ohne dass man die Ursache dieser Wirkung kannte.
Im Jemen würde der Kaffeeanbau auf Terrassenplantagen systematisch betrieben. Ober die Wallfahrtsorte Mekka und Medina, in denen die islamischen Pilger jedes Jahr zusammenströmten, verbreitete sich der Kaffee über den gesamten Nahen Osten.
Der "Kahwa", wie die Araber alle Getränke pflanzlichen Ursprungs nannten (so zum Beispiel auch Wein), erfreute sich vor allem in der Türkei außerordentlich großer Beliebtheit.
Die erste Schiffsladung Kaffee erreichte Venedig im Jahre 1630 aus der Türkei. In kurzer Zeit schossen die Kaffeehäuser wie Pilze aus dem Boden, vor allem in Italien, England, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland. Allein in Paris gab es 1689 bereits 230 Kaffeehäuser! Der türkische Gesandte am Hofe Ludwigs XIV. hatte, weil er seinen Gästen bei jeder Gelegenheit Kaffee servierte, eine wahre Mode ausgelöst und damit viel zur Verbreitung des Kaffeetrinkens beigetragen. Dies war einer der Gründe dafür, dass die Franzosen die größten Kaffeekonsumenten Europas wurden.
Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts waren Äthiopien und der Jemen die einzigen Kaffeelieferanten. Danach gelang es den Niederländern, das streng bewachte Monopol zu brechen und Kaffee in ihrer Kolonie Niederländisch-Indien, vor allein auf der Insel Java anzubauen.
Zu Beginn des 18. Jahrhunderts breiteten die Kolonialmächte den Kaffeeanbau auf die Karibischen Inseln, Mittelamerika und Brasilien aus. Mit dem Anbau in diesen Ländern fand der Kaffee eine neue Heimat.
Im Jahre 1753 begannen Egbert Douwes und Akke Thysses in ihrem Laden "De Witte Os" ("Der weiße Ochse") an der Midstraat im niederländischen Joure mit dem Verkauf von Kaffee, Tee und Tabak. Ab 1780 beteiligte sich auch der Sohn Douwe Egberts an der Führung des Geschäftes.
Das die Firma später national und international unter dem Namen des Sohnes bekannt wurde, lag in dem Geschäftssinn Douwe Egberts, denn während der Vater seine Waren nur an die Dorfbewohner verkaufte, belieferte Douwe Egberts auch Läden in anderen Orten, wodurch er regionale Bekanntheit erlangte. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Kaffee zu einer der wichtigsten Handelswaren.
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